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Zur Nano-Technologie
Der
Begriff Nano-Technologie
beschreibt die Herstellung,
Untersuchung und Anwendung
von Strukturen, molekularen
Materialien, inneren Grenz-
und Oberflächen mit
mindestens einer kritischen
Dimension oder mit
Fertigungstoleranzen
unterhalb 100 Nanometer.
Entscheidend ist dabei, dass
allein aus der
Nanoskaligkeit der
Systemkomponenten neue
Funktionalitäten und
Eigenschaften zur
Verbesserung bestehender
oder Entwicklung neuer
Produkte und
Anwendungsoptionen
resultieren. Diese neuen
Effekte und Möglichkeiten
sind überwiegend im
Verhältnis von Oberflächen-
zu Volumenatomen und im
quantenmechanischen
Verhalten der
Materiebausteine begründet.
Ein Nanometer (nm)
bezeichnet den millionsten
Teil eines Millimeters, was
vergleichbar mit der Länge
einer Kette aus 5 bis 10
Atomen ist. Der Querschnitt
eines menschlichen Haars ist
im Vergleich dazu 50.000 mal
größer. Einem Atom oder
Molekül kommen jedoch uns
vertraute physikalische
Eigenschaften wie
elektrische Leitfähigkeit,
Magnetismus, Farbe,
mechanische Härte oder ein
bestimmter Schmelzpunkt noch
nicht zu. Materialien in
Staubkorngröße hingegen
besitzen bereits alle
genannten physikalischen
Eigenschaften und
unterscheiden sich in dieser
Hinsicht nicht von einem
tonnenschweren Objekt aus
Stahl.
Nano-Technologie
spielt sich also in einem
Übergangsbereich zwischen
individuellen Atomen oder
Molekülen einerseits und
größeren Festkörpern
andererseits ab. In diesem
Zwischenbereich treten
Phänomene auf, die man an
makroskopischen Gegenständen
nicht beobachtet. Die
gekoppelte Betrachtungsweise
von Strukturgröße und
Funktion macht es schwierig,
eine scharfe Definition
dessen, was zur
Nano-Technologie gehört,
anzugeben.
Einen
Meilenstein des
Entstehungsprozesses der Nano-Technologie markiert
die Entwicklung des
Rastertunnelmikroskops (STM)
im Jahr 1981, wodurch
erstmals der direkte Zugang
zur atomaren Welt ermöglicht
wurde. Die Nano-Technologie
umfasst heutzutage aber weit
mehr als nur die Verwendung
atomar auflösender
Mikroskope. Einige
Nano-Materialien mit
neuartigen, technisch
wertvollen Eigenschaften
können mit diversen
Verfahren bereits
großtechnisch hergestellt
werden, Oberflächen können
bis auf die Nanoskala
präzise bearbeitet werden
und komplexe Strukturen von
wenigen Nanometern Größe
lassen sich in Einzelfällen
schon heute
selbstorganisierend
erzeugen. |